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19Feb

Direktkandidaten im Wahlkreis 24: Reinhild Hugenroth tritt für die Grünen an

Text und Bild (Thomas Klitzsch) im Original von der Mitteldeutschen Zeitung (vielen Dank!)

reinhildhugenroth
„Man muss gegenhalten.“ Reinhild Hugenroth macht das. Die 52-Jährige gehört zu jenen Wittenbergern, die sich der rechten Szene in den Weg stellen, wenn die durch die Stadt marschiert. Ihr ist es wichtig, sichtbar Position zu beziehen – etwa gegen jene, die sich nicht nach Rechts abgrenzen. „Wir haben eine zugespitzte Situation, Aufklärung ist da dringend nötig.“ Dass sie helfen will, die zu leisten, daran lässt sie keinen Zweifel.

Die Direktkandidatin von Bündnis 90/Grüne lebt noch nicht sehr lange in Wittenberg – dafür aber ist sie schnell bekannt geworden, weil sie Präsenz zeigt, weil sie im politischen Geschäft alles andere ist als ein Neuling. Sie setzt sich offensiv für Themen ein, die sie für wichtig hält, vornehme Zurückhaltung, durchaus verbreitet bei den wenigen hiesigen Parteifreunden, ist ihre Sache nicht.

Jetzt strebt Reinhild Hugenroth in den Landtag. Vor dem Hintergrund ihrer Biographie hat das eine gewisse Folgerichtigkeit. Die auf einem Bauernhof im Münsterland groß Gewordene (vier Brüder, den Hof der Familie gibt es seit 1372) ist seit jeher engagiert. Sie war Bundesvorsitzende der katholischen Landjugend, kam mit grünen Themen in Kontakt – ökologische Landwirtschaft, Entwicklungspolitik, Europa – und wurde das „grüne Schaf“ unter zahlreichen „schwarzen“. Das führte die promovierte Gesellschaftswissenschaftlerin bis zur Geschäftsführung der deutschen Grünen im Europa-Parlament.
An der Seite des Mannes nach Wittenberg

Nach Wittenberg kam Hugenroth an der Seite ihres Mannes, der von 2012 bis 2015 Geschäftsführer der staatlichen Geschäftsstelle für 2017 war, sie ist hier schnell angekommen („schöne Wohnung, nette Leute“) und will, obgleich ihr Mann inzwischen einen Job als Geschäftsführer einer Agentur in Berlin angenommen hat, in der Lutherstadt bleiben. Hugenroth vertritt die Grünen im Kreistag, fungiert dort als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses Schule und Kultur. Und ist dort nahe bei einem Thema, das sie für entscheidend hält: die Bildungspolitik: „Schule muss akzeptiert werden als Lebensort, nicht nur als Lernort. Sie muss sich öffnen in die Stadtteile.“ Und einen Beitrag leisten, damit die Schere zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft nicht noch weiter auseinander geht. Dass sie Defizite sieht im Land – etwa bei der Unterrichtsversorgung oder was die Selbstständigkeit von Schulen betrifft – verhehlt die Kandidatin der Grünen selbstredend nicht.
Defizite beim Radverkehr

Defizite macht Reinhild Hugenroth ebenfalls bei einem weiteren Lieblingsthema aus: beim Radverkehr, den sie möglichst stärken möchte. Dafür braucht es unter anderem bessere und mehr Radwege und Radstationen, die eine Kombination bieten sollen zwischen Aufbewahrung, Verleih, Reparatur und Verkauf. Dass eine solche Station am Wittenberger Bahnhof eingerichtet wird, dafür hat sich die Grüne mit Nachdruck eingesetzt. Auch für bessere Radwege macht sich die Frau aus dem Landesvorstand des ADFC stark. Dass die Grünen wieder in den Landtag einziehen, hofft sie inständig. Dass es knapp werden dürfte, weiß sie – und möchte also mit ihrer Präsenz möglichst viele Stimmen holen.

Reinhild Hugenroth, 1963 im Münsterland geboren, hat in der Verwaltung gelernt und dort mehrere Jahre gearbeitet. Sie absolvierte später das Abendgymnasium, studierte an einer Fernuniversität Politik und Philosophie und promovierte in Gesellschaftswissenschaften. Sie widmet sich freiberuflich der Beratung in Sachen Demokratiepädagogik, zweites Standbein sind Anträge von Nichtregierungsorganisationen im Finanzbereich. Reinhild Hugenroth ist verheiratet und hat keine Kinder. 1992 trat sie den Grünen bei und rechnet sich dem reformpolitischen Flügel der Partei zu. Zu ihren Hobbys zählt Reinhild Hugenroth das Wandern, das Singen und und das Akkordeonspielen. Zudem esse und koche sie ausgesprochen gerne – westfälisch-italienisch. Die Grüne ist zudem Mitglied bei Slow Food, einer Organisation, die genussvolles, bewusstes und regionales Essen propagiert – als Gegenbewegung zum Fastfood.

Verfasst am 19.02.2016 um 18:12 Uhr von .
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